Presse

19.10.2012

Pressemitteilung zur 8. Konferenz „kartensicherheit.de"

 

  • Sicherheit aktueller und zukünftiger Bezahlverfahren im Fokus der Konferenz
  • Vorstellung vielfältiger Präventionsmöglichkeiten im Bereich POS-Terminalsicherheit

 

Frankfurt, 19. Oktober 2012 – Kartenexperten der EURO Kartensysteme, aus Unternehmen, Banken- und Handelsverbänden sowie Ermittler des Bundeskriminalamts, einer Staatsanwaltschaft und einer Polizeidirektion referierten bei der diesjährigen Konferenz „kartensicherheit.de" in Frankfurt zu aktuellen Themen rund um die Sicherheit im kartengestützten Zahlungsverkehr. Im Fokus der Fachtagung standen neben kontaktlosen, digitalen und mobilen Zahlungsverfahren auch die POS-Terminalmanipulationen im Handel. Hierzu präsentierte der BKA-Referent nicht nur aktuelle Ermittlungsergebnisse, sondern auch eine Vielfalt praktischer und effektiver Präventionsmaßnahmen. Auch die moderierte Diskussion mit Vertretern aus Banken, Handel und BKA beschäftigte sich intensiv mit dem Thema Skimming an Händlerterminals. Aufgelockert wurde der Tagungsverlauf wieder durch in kurzen Videosequenzen eingespielte Originaltöne von Passanten, die bei Straßeninterviews nicht nur zu den Konferenzthemen, sondern auch danach befragt wurden, was ihnen zum Thema Kartensicherheit auf den Nägeln brennt. „Der Blick über den Tellerrand hinaus hat allen am Kartengeschäft Beteiligten auch in diesem Jahr wieder neue, wichtige Erkenntnisse gebracht, die uns beim Kampf gegen Zahlungskartenkriminalität, Skimming und Terminalmanipulationen sowie bei der Entwicklung innovativer Präventionsmaßnahmen von großem Nutzen sein werden", lautete das Fazit von Hans-Werner Niklasch, Geschäftsführer der Frankfurter EURO Kartensysteme (EKS).

 

Breites Vortragsspektrum: Aktuelle Betrugslage und effektive Risiko-steuerung, neue Bezahlverfahren und Praxisbericht aus der Strafverfolgung von Kartendelikten

Margit Schneider, Leiterin des Sicherheitsmanagements für Zahlungskarten bei der EKS, eröffnete die Vortragsreihe wie gewohnt mit einem Überblick über die aktuelle Betrugslage im Debitbereich. Zwei gegenläufige Entwicklungen sind hier im bisherigen Jahresverlauf 2012 zu beobachten: So steht der annähernden Halbierung der Skimming-Angriffe auf Geldautomaten zwischen Januar und August auf 336 im Vorjahresvergleich ein deutlicher Anstieg bei den POS-Terminalmanipulationen gegenüber. Durch die schnelle Auswertung der Journale und der Informationsweitergabe abgegriffener Kartendaten an die Institute über das EKS-eigene Online-System konnten die Kartenkriminellen jedoch nur 16% der geskimmten Daten im außereuropäischen Ausland einsetzen. „Zur Gegenwehr kann hier neben vielen anderen Maßnahmen die Stellschraube Limitsteuerung bei der Autorisierung genutzt werden", so Schneiders Empfehlung. Dass sich auch die USA – wo inzwischen knapp 30% der Schäden mit Kartendubletten verursacht werden – dem EMV-Standard nicht weiter verschließen, ist laut Schneider eine weitere gute Nachricht. „Ab April 2013 können wir Kartenfälschungsschäden an Geldautomaten auch in die USA zurückbelasten", so Schneiders Ausblick.

Ralf-Christoph Arnoldt, Abteilungsleiter Zahlungsverkehr beim Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken, berichtete in seinem Vortrag über die ersten Erfahrungen mit dem neuen kontaktlosen Bezahlverfahren der deutschen Kreditwirtschaft girogo im Rahmen eines Pilotprojekts im Großraum Hannover. „Wir glauben, dass sich kontaktlose Bezahlverfahren am Markt etablieren werden“, sagte Arnoldt, „wobei sich Karte und Smartphone in Zukunft ergänzen können.“ Joachim Fontaine, verantwortlich für Retail Banking und Banktechnologie beim Bundesverband deutscher Banken, gab einen Ausblick über die Zertifizierung und Standardisierung von SEPA-Kartensystemen in Europa. „Ziel aller laufenden Initiativen ist es, dass Karteninhaber im gesamten SEPA-Raum die gleiche technische Umgebung vorfinden, die den Einsatz der Karte ermöglicht“.
Detlef Krumm, Kriminalhauptkommissar im Bereich Zahlungskartendelikte beim BKA, verband seine Präsentation von Ermittlungsergebnissen im Deliktsbereich POS-Terminalmanipulationen und der Erläuterung zahlreiche praktischer Präventionstipps mit einem Appell: „Eine wirkungsvolle Bekämpfung erfordert die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden, Händler, Kreditinstitute, Netzbetreiber und Gerätehersteller.“ Spannend und höchst informativ war schließlich der Vortrag ‚Dauerbrenner Skimming – Berichte aus der Strafverfolgungspraxis’ der beiden Dresdner Ermittler Staatsanwalt Thomas Hellmich und Kriminalhauptkommissar Christoph Viertel der Polizeidirektion im Bereich Zahlungskartenkriminalität. Sie schilderten, wie die Behörden im letzten Jahr in einem konkreten Fall einer Bande von Kartenkriminellen durch professionelle Zusammenarbeit und unter Zuhilfenahme einer Vielzahl legaler Maßnahmen und Mittel habhaft werden konnten. „Die Qualität der Manipulationsausführung hat sich in den letzten Jahren verbessert, womit auch die Anforderungen an die Ermittlungsbehörden gestiegen sind“, bilanzierte Staatsanwalt Hellmich. Eine ähnliche Erkenntnis beinhaltete auch der Vortrag von Arne Pache, Head of Emerging Payments Europe bei Mastercard, zum Thema neue, digitale Bezahlverfahren. „Auch bei Digital Payments muss man den Betrügern in puncto Sicherheit immer eine Nasenlänge voraus sein“, betonte Pache. Mastercard hat mit Telekommunikationsunternehmen, Netzbetreibern und Endgeräteherstellern gemeinsame Standards für neue digitale bzw. mobile Bezahlverfahren entwickelt. „E-Commerce und mobile Payments am POS wachsen zusammen und werden zukünftig Kunden erlauben, zu jedem Zeitpunkt unabhängig vom Endgerät sicher und einfach zu bezahlen. „Sicherheit steht dabei stets an oberster Stelle“, betonte Pache.

 

Zur EURO Kartensysteme GmbH

Die EURO Kartensysteme GmbH übernimmt Aufgaben im gemeinschaftlichen Interesse der deutschen Kreditwirtschaft im Bereich des kartengestützten Zahlungsverkehrs. Die EURO Kartensysteme GmbH konzentriert sich auf zentrale Aufgaben wie die MasterCard-Lizenzverwaltung, die Zentrale Debit-Schadensbekämpfung, Aufklärung zu Methoden der Missbrauchsverhinderung, Marketing für die GeldKarte und Chip sowie die Weiterentwicklung von Zahlungssystemen.