Pressemitteilungen 2009
Pressemitteilung zur 5. Konferenz „kartensicherheit.de“
08. Oktober 2009
- Bekämpfung der Kartenkriminalität durch Aufklärung, Prävention und Vernetzung aller am Kartengeschäft Beteiligten weiter im Fokus
- Einführung der Anwendung 3D Secure schreitet auch bei Banken und Sparkassen voran und macht Internet-Shopping sicher
Frankfurt, 08. Oktober 2009 – Im Fokus der fünften Konferenz „kartensicherheit.de“ stand auch in diesem Jahr die Bekämpfung der Kartenkriminalität durch Aufklärung, Prävention und Vernetzung aller am Kartengeschäft Beteiligten. „Die positive Resonanz der Konferenzteilnehmer hat gezeigt, dass wir auch in diesem Jahr die richtigen Themen ausgewählt haben“, freute sich Hans-Werner Niklasch, Geschäftsführer der EURO Kartensysteme, zum Abschluss der diesjährigen Fachtagung. „Von dem Wissenstransfer, den Inhalten und dem Gedankenaustausch haben offenbar alle Beteiligten profitiert,“ so Niklaschs Fazit.
Rund 150 Kartenexperten kreditwirtschaftlicher Verbände, Sicherheits-verantwortliche von Banken und Sparkassen sowie Mitarbeiter von Straf-verfolgungsbehörden und Kartenprozessoren nahmen auch in diesem Jahr an der von der EURO Kartensysteme (EKS) veranstalteten Konferenz teil. Das Themenspektrum reichte von der „Aktuellen Betrugssituation mit Zahlungskarten und Präventionsmaßnahmen“, über „Mehr Schutz beim Internetshopping durch 3D Secure“ und „Sicherheitstrends aus Sicht eines Netzbetreibers“ bis hin zu „Skimming – Lageentwicklung und Trends“ sowie „EAST – das European ATM Security Team“.
Stagnation bei Dublettenschäden, Anstieg im Lost/Stolen-Bereich
Margit Schneider, Leiterin Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten
bei der EKS, appellierte in ihrem Vortrag an die Anwesenden,
sich beim Kampf gegen den Kartenbetrug weiter so engagiert einzubringen
wie bisher.
Ihr Überblick über die beiden Hauptdeliktsbereiche – einerseits
Schäden mit gestohlenen und verlorenen Debitkarten, andererseits
der Einsatz von Kartenfälschungen im Ausland – ergab ein gemischtes
Bild: Während die Kartenfälschungsschäden zwischen Januar und
August 2009 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum
erfreulicherweise stagnierten, war mit gestohlenen oder verlorenen
Karten ein Anstieg um nahezu 10% zu verzeichnen.
„Besorgniserregend ist, dass 88% der Lost/Stolen-Schäden an Geldautomaten
und 12% der Schäden an POS-Terminals unter Verwendung der korrekten
Geheimzahl erfolgten“, erklärte Schneider. „Damit ist klar, dass
die Karteninhaber ihre Zahlungskarte zusammen mit der PIN aufbewahrt
oder die PIN nicht vor Dritten geheim gehalten haben,“ so ihre
Schlussfolgerung, die sie gleich mit einer Aufforderung an die
Bank- und Sparkassenexperten verknüpfte: „Machen Sie Ihre Kunden
immer wieder auf ihre Sorgfaltspflichten aufmerksam. Karteninhaber
sollten vor allem ihre persönliche Geheimzahl auswendig lernen
und 100-prozentig dafür sorgen, dass kein Dritter Kenntnis von
ihr bekommt.“
EMV erhöht Sicherheit in Europa maßgeblich
Mit der europaweiten Einführung des EMV-Standards steigt die Sicherheit im kartengestützten Zahlungsverkehr maßgeblich. So sind per September 2009 bereits 90% der deutschen Geldautomaten auf den von Europay, MasterCard und Visa definierten Standard umgerüstet, und fast 80% der girocard-Karten beinhalten den fälschungssicheren EMV-Chip. Zudem stehen den Banken und Sparkassen ab 2011 über die Ausgestaltung der Debit- und Kreditkarten weitere Möglichkeiten der Risikosteuerung und –minimierung zur Verfügung. „EMV verhindert den Einsatz gefälschter Karten in Europa und lohnt sich in jeden Fall“, stellte Schneider fest. Bis Ende 2010 soll die Umrüstung in Europa abgeschlossen sein.
Sicherheit beim Internet-Shopping durch 3D Secure
Wie der Einkauf im Internet auch seitens der Institute sicherer gemacht werden kann, wurde anhand einer Fallstudie der Bayern Card-Services GmbH (BCS) präsentiert. So bietet die BCS ihren Kreditkarteninhabern die Möglichkeit, sich auf der Website des Instituts für die Sicherheitsanwendung 3D Secure freiwillig zu registrieren. Auch die zweite Variante, dass der Kunde sich während des Online-Shoppings für die Anwendung registriert, wurde anschaulich präsentiert. 3D Secure ist der Überbegriff für die Sicherheitstools „MasterCard SecureCode” und “Verified by Visa”. Die 3D Secure-Technologie basiert auf einem Authentifizierungsverfahren, bei dem sich der Karteninhaber während des Bezahlvorganges im Internet bei einem 3D Secure-zertifizierten Händler über die zusätzliche Eingabe seines SecureCodes bzw. Passwortes identifiziert. Der Kaufvorgang wird abgeschlossen, wenn das angegebene Passwort mit dem hinterlegten Passwort übereinstimmt. Erfolgsfaktor Nummer eins ist laut BCS-Erkenntnissen die Kommunikation des Instituts mit dem Karteninhaber. Zusätzliches Vertrauen in die Sicherheit der eigenen Daten beim Einsatz im Internet zahlt sich aus und führt zur Umsatzsteigerung im Netz, so die BCS.
Kartenkriminalität bleibt ein Dauerbrenner
Bei der Betrugs- und Kriminalitätsbekämpfung verfolgt die EURO Kartensysteme nach wie vor zwei Strategien: So bleibt zum einen die Basisaufklärung der Karteninhaber unerlässlich. Doch auch die verstärkte Zusammenarbeit aller am Kartengeschäft Beteiligten spielt eine maßgebliche Rolle dabei, dass die EKS schnell reagieren, Schäden minimieren und letztlich verhindern kann. „Unsere Aufgaben werden in Zukunft nicht weniger, sondern mehr – denn Kartenkriminalität ist und bleibt ein Dauerbrenner,“ so EKS-Geschäftsführer Niklasch in seinem Schlusswort. „Wir werden die Veranstaltungsreihe auch in den nächsten Jahren fortsetzen und immer wieder über den Tellerrand hinausschauen“, so sein Ausblick.
Zur EURO Kartensysteme GmbH
Die EURO Kartensysteme GmbH übernimmt Aufgaben im gemeinschaftlichen Interesse der deutschen Kreditwirtschaft im Bereich des kartengestützten Zahlungsverkehrs. Die EURO Kartensysteme GmbH konzentriert sich auf zentrale Aufgaben wie die MasterCard-Lizenzverwaltung, die Entwicklung von Sicherheitsstandards, Methoden der Missbrauchsbekämpfung, Marketing für die GeldKarte und Chip sowie die Weiterentwicklung von Zahlungssystemen.
Für Rückfragen:
EURO Kartensysteme GmbH
Margit Schneider
Solmsstraße 6, 60486 Frankfurt am Main
Tel.: 069/97945-4558
E-Mail: margit.schneider@eurokartensysteme.de
