Pressemitteilungen 2008

Pressemitteilung zur 4. Konferenz "kartensicherheit.de"

07. Oktober 2008

  • Erfolgreiche Bekämpfung der Kartenkriminalität durch Aufklärung, Prävention und grenzüberschreitende Vernetzung
  • EKS kündigt Prämie für Institutsmitarbeiter bei der Identifikation von Geldautomaten- und Türöffner-Manipulationen an

Frankfurt, 07. Oktober 2008 – Die Bekämpfung der Kartenkriminalität durch Aufklärung, Prävention und grenzüberschreitende Ermittlungen zeigt Erfolge. So gingen die Schäden mit gestohlenen und verlorenen deutschen Debitkarten im bisherigen Jahresverlauf um über 30 Prozent zurück. Den Rückgang führt die EURO Kartensysteme (EKS) vor allem auf die erhöhte Sensibilisierung der Karteninhaber im Umgang mit ihrer girocard (vormals ‚ec-Karte’) durch die effektive Öffentlichkeitsarbeit der Beteiligten zurück. Zudem konnten durch die intensive, grenzüberschreitende Zusammenarbeit deutscher und internationaler Ermittler, an der die EKS aktiv mitwirkte, im Jahresverlauf zahlreiche Kriminelle festgenommen werden. „Dennoch besteht nach wie vor Handlungsbedarf, insbesondere im Kartenfälschungsbereich, wo die Bruttoschäden um 70 Prozent über Vorjahr liegen.“, erklärte EKS-Geschäftsführer Hans-Werner Niklasch in seiner Eröffnungsrede zur 4. Konferenz kartensicherheit.de, zu der rund 170 Teilnehmer kreditwirtschaftlicher Verbände, Sicherheitsverantwortliche von Banken und Sparkassen sowie Mitarbeiter von Strafverfolgungsbehörden und Kartenprozessoren in Frankfurt erschienen waren.

Da der Herstellung und dem Einsatz von Kartendubletten im Ausland Datenabgriffe in Deutschland vorausgehen, sollte Niklasch zufolge alles unternommen werden, diesen Modus operandi bereits im Inland zu unterbinden. Immerhin stieg der Anteil der Schadensfälle mit Kartenfälschungen am Gesamtschaden mittlerweile auf 60%. „Erfreulich ist, dass immer mehr Institute Anti-Skimming-Lösungen an ihren Geldautomaten installieren“, so Niklasch. „Da jedoch in der Folge 30 Prozent der Datenabgriffe an elektronischen Türöffnersystemen stattfinden, sollten die Institute den Einsatz dieser Systeme grundsätzlich überdenken,“ so sein Appell an die Institute.

Auch die EKS geht hier jetzt in die Offensive: So kündigte Niklasch die zeitnahe Einführung einer Prämie für alle Mitarbeiter von Banken und Sparkassen an, die Manipulationen an Geldautomaten oder Türöffnern identifizieren. „Wer regelmäßig kontrolliert, Manipulationen entdeckt und damit Datenabgriffe frühzeitig verhindert, soll für sein Engagement belohnt werden“, stellt Niklasch in Aussicht.

Wie in den Vorjahren referierten Sicherheits-, Rechts- und Technologieexperten von Bankenverbänden, Strafverfolgungsbehörden, Forschungsinstituten und Kartenindustrie zu den Themen Kartensicherheit, Rechtsentwicklung sowie Präventions- und Betrugsbekämpfungsmaßnahmen. Margit Schneider, Leiterin des Sicherheitsmanagements für Zahlungskarten, veranschaulichte aktuelle Zahlen, Fakten und Hintergründe. „Die girocard ist nach wie vor eines der sichersten Zahlungsmittel weltweit. Auch wenn die Anzahl der Angriffe auf das System steigt, so zeigt die Einführung des EMV-Chip durchaus hohe Wirkung: viele Betrugstransaktionen werden verhindert, und immerhin können 80 Prozent der Bruttoschäden mit EMV-Karten an ausländische Geldautomatenbetreiber zurückbelastet werden“, betonte die Expertin.

So verharren die Schäden in Relation zum Umsatz weiterhin im unteren Promillebereich. Zudem entwickeln sich die Schäden im Vergleich zur Anzahl der Manipulationen unterproportional. „Dies ist eindeutig auf die schnellere Zusammenarbeit zwischen Instituten und Zentraler Debit-Schadensbekämpfung über das Online-System EKS-Net zurückzuführen“, bekräftigt Schneider. „Dadurch können nicht nur Schadensschwerpunkte frühzeitig identifiziert, sondern auch zeitnah vorsorgliche Kartensperren veranlasst werden. Dies trägt wiederum maßgeblich zur Schadensminimierung und –verhinderung bei“, so Schneider.

1650 der rund 2000 deutschen Banken und Sparkassen sind mittlerweile an das Online-System EKS-Net zur Erfassung, Auswertung und Abwicklung von Debitkartenschäden angeschlossen, und 60 Prozent der Institute erfassen Schäden mit Hilfe des Systems selbst. „Für alle an EKS-Net-Beteiligten ergeben sich mit der Teilnahme an dem System sehr viele Vorteile“, bekräftigt Sicherheitsexpertin Schneider. Das System wird ständig an die Bedürfnisse der Institute angepasst und optimiert. „Unser Ziel ist es, die aktive Teilnahme der Banken und Sparkassen bis zum Jahresende auf 80 Prozent zu steigern“, so Schneiders ehrgeiziges Vorhaben.

„Unsere Erfolge bei der Bekämpfung der Kartenkriminalität dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in unseren Bemühungen, den international und organisiert tätigen Betrügern das Handwerk zu legen, nicht nachlassen dürfen“, bekräftigte EKS-Geschäftsführer Niklasch zum Abschluss der Konferenz „Hierbei spielt der Wissens- und Erfahrungsaustausch und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aller am Kartengeschäft Beteiligten nach wie vor eine herausragende Rolle“, so sein Fazit.

Zur EURO Kartensysteme GmbH

Die EURO Kartensysteme GmbH übernimmt Aufgaben im gemeinschaftlichen Interesse der deutschen Kreditwirtschaft im Bereich des kartengestützten Zahlungsverkehrs. Die EURO Kartensysteme GmbH konzentriert sich auf zentrale Aufgaben wie die MasterCard-Lizenzverwaltung, die Entwicklung von Sicherheitsstandards, Methoden der Missbrauchsbekämpfung, Marketing für die GeldKarte und Chip sowie die Weiterentwicklung von Zahlungssystemen.

Für Rückfragen zur Konferenz steht Ihnen Margit Schneider gerne zur Verfügung.

EURO Kartensysteme GmbH
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E-Mail: margit.schneider@eurokartensysteme.de
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